

Die Mistel unterscheidet sich in den meisten Charakteristika von anderen Pflanzen. Im Wuchs orientiert sie sich nicht nach Erdmittelpunkt und Zenit, sondern findet ihren eigenen Mittelpunkt und dadurch die für sie typische kugelige Gestalt. Ein Phänomen, das bei keiner anderen Pflanze auftritt.
Die Mistel wächst nicht der Sonne entgegen, sondern bildet ihr eigenes Zentrum. Ihre Zweige wachsen in alle Himmelsrichtungen und formen so eine Kugel.
Die Mistel wächst extrem langsam – die ersten Blättchen keimen erst im zweiten Jahr. Die ersten Blüten zeigen sich nach 5 bis 7 Jahren.
Die Mistel macht alles zur Unzeit: Sie blüht und fruchtet im Winter, wenn die normale Pflanzenwelt „schläft“. In der sonst üblichen Blüte- und Fruchtphase dagegen – im Sommer – ruht sie.
Nicht ohne Grund schrieb der Botaniker Karl von Tubeuf Anfang des 20. Jahrhunderts in seiner Mistel-Monographie: „Nichts an dieser Pflanze ist normal“. Denn die Mistel unterscheidet sich in allen wesentlichen Merkmalen von normalen Pflanzen:
Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp
Malerisch: Ein prachtvoller Mistelbusch im Wipfel eines Baumes vor den Gipfeln der Alpen.
Eine männliche Mistelblüte – bereit für die Bestäubung.
Durchscheinend weiß: reife Mistelbeeren.
Lange Triebe, schmale Blätter: Nadelholz-Mistel.
Deutlich dichter gewachsen: Misteltriebe an einer Weide.
Schon nach wenigen Jahren hat die Mistel ihre kugelige Gestalt angenommen.